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27.03.2025 | Pressemeldung
Wie setze ich KI in der Schule ein?
Lehrkräfte aus Frankfurt und Eschborn nutzen praxisorientierte Fortbildung des VCI Hessen für MINT-Zentren bei Provadis
Künstliche Intelligenz hält in vielen Bereichen unseres Lebens Einzug. Auch in der Schule können KI-Tools sinnvoll sein. Wie funktionieren ChatGPT & Co.? Wo und wofür können die neuen Tools in der Schule eingesetzt werden, damit sie den Unterricht bereichern, Lehrkräfte entlasten und die Lernenden zum kreativen Arbeiten anregen? Um die Potenziale von KI für den schulischen Alltag zu erleben und auszuprobieren, veranstaltete der VCI Hessen zusammen mit Provadis eine durch die hessische Lehrkräfteakademie akkreditierte Fortbildung mit dem Titel “KI in der Schule – kreativ, interaktiv, praxisnah“. Über 60 Teilnehmende hatten sich zu der Veranstaltung angemeldet, darunter auch zahlreiche Lehrkräfte der in Zusammenarbeit mit Provadis entstandenen MINT-Zentren an vier Partnerschulen in der Region.
Lehrkräfte des MINT-Zentrums Frankfurt Nord an der Josephine-Baker-Gesamtschule und des MINT-Zentrums West an der Leibnizschule sowie des sich in Vorbereitung befindlichen MINT-Zentrums an der Heinrich-von-Kleist-Schule in Eschborn nutzten die Gelegenheit, Einsatzmöglichkeiten mit KI kennenzulernen und sich über Praxiserfahrungen auszutauschen. „Die Ansätze zu Unterrichtsentwürfen, die sich im Dialog mit dem KI-System entwickeln lassen, werde ich mit Sicherheit demnächst nutzen. Darüber hinaus könnte ich mir eine Vertiefung zum Arbeiten mit KI in kleineren Lerngruppen sehr gut vorstellen“, sagte Dr. Thomas Link, Lehrkraft an der Heinrich-von-Kleist-Schule in Eschborn.
Künstliche Intelligenz als Kooperationspartner
Welche neuen Perspektiven KI für den Unterricht eröffnen könnte, präsentierte Keynote-Speaker Stephan Mallmann in seinem humorvollen und praxisnahen Impulsvortrag. „Wir sollten KI als Kooperationspartner sehen, statt als Konkurrenz. So können wir an unserer Zukunft mitwirken, um sie nach unseren Wünschen zu gestalten“, betonte der Gründer des ProTransform-Instituts für digitale Transformation. „In Zusammenarbeit mit Künstlicher Intelligenz lassen sich heute viele Lehrinhalte aufbereiten – wir können gemeinsam an Unterrichtsinhalten arbeiten, Konzepte erstellen, die Vermittlung der Inhalte auf verschiedenste Weisen überlegen, uns Feedback zu unseren Ideen einholen. Die Zeitersparnis fällt dabei eher gering aus, aber gemeinsam mit KI kommen wir zu deutlich besseren Ergebnissen.“
Einsatz im Unterricht
Wie das im Unterrichtsalltag aussehen kann, vermittelte der anschließende praxisorientierte Workshop. Aufgegriffen wurden nicht nur im Vorfeld per Online-Umfrage abgegebene Erwartungen an die Fortbildung, sondern auch viele spontane Fragestellungen der Veranstaltungsgäste. Wie gestalte ich eine Mathematikstunde über das Thema Schnittpunkt von Parabel und Gerade für meine Schüler verständlich und spielerisch? Wie erstellt man schnell aus Lerninhalten einen Podcast? Lässt sich die Einführung zum Thema Induktion im Physikunterricht noch besser mit Bezug zum Alltag der Schüler aufsetzen als bisher? Kann eine KI wie ChatGPT dabei unterstützen, eine Klassenfahrt zu planen und an welche Grenzen stößt man dabei? Diese und viele weitere Fragestellungen vermittelten den Lehrkräften neben Grundlagen der generativen KI und deren Einsatzmöglichkeiten auch Fähigkeiten in der kreativen Nutzung der KI für interaktive Unterrichtsmethoden. Ein wichtiges Thema war außerdem der verantwortungsvolle Umgang mit KI im Zusammenhang mit ethischen Fragen und dem reflektierten Einsatz von KI-gestützten Informationen.
Brücke zwischen Schule und außerschulischen Bildungsangeboten
Provadis-Geschäftsführer Dr. Udo Lemke freute sich bei seiner Begrüßung über das rege Interesse an der Veranstaltung. Er betonte, dass Schule und Berufsbildung als wichtiger Schlüssel für den Wirtschaftsstandort Rhein-Main und Deutschland vor großen Veränderungen stehen und die Nutzung generativer, künstlicher Intelligenz zur Lösung beitragen kann. „Provadis sieht Digitalisierung als Wegbereiter für die Ausbildung und Arbeitswelt – wir haben in den vergangenen Jahren bereits zahlreiche Digitalisierungsprojekte umgesetzt. Nun folgt der nächste Evolutionsschritt mit KI“, sagte Udo Lemke. In Zusammenarbeit mit dem VCI Hessen und weiteren Bildungsinstitutionen sei es ein gemeinsames Ziel, Lehrkräfte praxisnah zu stärken und auf digitale Entwicklungen vorzubereiten. Der interdisziplinäre Austausch zwischen Bildung und Industrie entwickle sich dabei zum entscheidenden Erfolgsfaktor.
„Der VCI Hessen sieht in der Künstlichen Intelligenz (KI) ein wichtiges Thema, das in allen Lebensbereichen und damit auch in allen Schulfächern eine Rolle spielt. Gemeinsam mit Provadis setzen wir uns für die gezielte Fortbildung von Lehrkräften ein, um aktuelle Entwicklungen und praxisnahe Anwendungen von KI zu vermitteln. Die MINT-Zentren bilden eine wertvolle Brücke zwischen Schule und außerschulischen Bildungsangeboten, um den Wissensaustausch zu fördern und den Unterricht zukunftsfähig zu gestalten“, sagte Heike Blaum, Bildungspolitik, VCI Hessen.
Feedback und Ausblick
Die Lehrkräfte nutzten die Veranstaltung zum regen Austausch. In den Diskussionen und Feedbacks zeigte sich, dass die Nachfrage nach weiterführenden, individualisierten Fortbildungen hoch ist. Heike Blaum (VCI Hessen), Dr. Karsten Rudolf, Leiter Bildungs- und Forschungsprojekte sowie Projektleiter Martin Duyster (beide von Provadis) greifen diesen Wunsch gerne auf: An den vier MINT-Zentren der Partnerschulen von Provadis sollen ab Herbst Vertiefungsmodule basierend auf den von den Lehrkräften vorgeschlagenen Themen stattfinden. Bis 2026 werden VCI Hessen und Provadis die Partnerschulen vor Ort mit Fokusschulungen unterstützen und dazu auch andere Schulen, die an der Veranstaltung teilgenommen haben, einladen. Als Workshopleiter steht erneut Stephan Mallmann zur Verfügung.
Provadis Partner für Bildung und Beratung GmbH ist ein Unternehmen der Infraserv-Höchst-Gruppe. Mit rund 1.800 Auszubildenden und über 2.500 Weiterbildungsteilnehmenden an den Standorten Frankfurt und Marburg gehört Provadis zu den führenden Anbietern von Bildungsdienstleistungen in Hessen. Rund 400 internationale Kunden nutzen in Partnerschaften und Kooperationen das Know-how von Provadis auf den Gebieten der Aus- und Weiterbildung, der Personal- und Organisationsentwicklung und bei der Entwicklung von E-Learning-Konzepten.
An der Provadis Hochschule studieren rund 1.100 Studierende in dualen und berufsbegleitenden Studiengängen mit international anerkannten Bachelor- und Masterabschlüssen.